Von Bauern, Nomaden & Guides: Die Wirtschaft Ladakhs

Über viele Jahrhunderte haben die Menschen in Ladakh von der Agrar- und der Viehwirtschaft gelebt. Doch auch der Handel hat die Wirtschaft Ladakhs lange Zeit belebt, war doch Ladakh ein Seitenableger auf der Seidenstraße und Verbindung in den Süden nach Indien, nach Osten hin nach Tibet und gen Westen nach Kashmir. Viele Ladakhi haben sich ein Zubrot als Mitarbeiter auf den Karawanen verdient, wenige aber waren wirklich groß als Händler tätig – da waren schon eher die Händler aus China, Zentrasien und auch Tibet größer im Geschäft.

Als mit den Grenzkonflikten mit Pakistan und China auch die Grenzen dicht gemacht wurden, kam der Handel fast zur Gänze zum Erliegen. Erst mit der Öffnung Ladakhs für den Tourismus in den 70er Jahren hat sich ein neues Wirtschaftsfeld aufgetan, dass sich allmählich zum wichtigsten Wirtschaftszweig Ladakhs gemausert hat. Mit all seinen Vor- und Nachteilen. Sehr viele (vorwiegend männliche) Ladakhi arbeiten im Sommer temporär als Guides, Köche, Helfer, Pferdemänner, was leider auch zur Folge hat, dass dadurch viele Dörfer fast männerleer sind und die schwere Arbeit in der Landwirtschaft von den Frauen Ladakhs erledigt werden muss.

Industrie gibt es in Ladakh bislang keine, wenngleich viele einiges an Bodenschätzen vermuten. Die Agrar- und Viehwirtschaft würde die wachsende Bevölkerung heute nicht mehr ernähren können und leider machen es die vielen subventionierten Lebensmittel aus dem südlicheren Indien immer weniger attraktiv noch als Bauer oder Nomade zu arbeiten. Dazu kommen die klimatischen Veränderungen, die es bspw. für die Nomaden schwer machen Futter für ihre Tiere im sonst schneearmen Winter zu finden. Weitere Infos zu den Nomaden Ladakh im Artikel von Daniela Luschin-Wangail „Das kuschelweiche Gold der Nomaden

Viele arbeiten heute auch beim Militär, ist dies doch permanent in Ladakh stationiert. Arbeit findet man dort nicht nur als Soldat, sondern auch als sonstige Arbeitskraft in den Militärlagern (Köche, Putzfrauen usw.). Ungeachtet tatsächlicher Zahlen nimmt man an, dass aus jeder Familie in Ladakh zumindest eine Person beim Militär arbeitet.

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