Ladakhi: Einführung in die ladakhische Sprache. Teil 1

Das Ladakhi ist eine tibetische Sprache, mit eigener Grammatik, die jedoch regional sehr unterschiedlich sein kann. Über Jahrhunderte war das Ladakhi nicht niedergeschrieben. Für Texte (vorwiegend religiöse) wurde Tibetisch herangezogen. Erst in vergangenen Jahren hat man begonnen das Ladakhi zu vereinheitlichen und ihm ein grammatikalisches Gerüst zu geben. Teilweise ist diese Entwicklung aber auf Widerstand in der Bevölkerung gestoßen und dadurch wieder kurzfristig gestoppt worden Besonders unter einigen Mönchen, die dadurch einen Machtverlust befürchten. Wenn religiöse Texte verständlich in der Umgangssprache geschrieben werden, verlieren sie ihre Expertenstellung, befürchtet der eine oder andere.

juley

Wer nach Ladakh möchte, tut gut daran, ein paar Worte Ladakhi zu lernen. Die Sprache ist für Europäer zwar nicht ganz so leicht zu lernen, trotzdem, der gute Wille zählt und wer ein paar Worte auf Ladakhi sagt, erntet wohlmeinende und glückliche Blicke.

Das Allgemeinwort Julley

Julley (gesprochen Dschu-leh) heisst viel: Hallo, Danke, Bitte, Tschüß. Damit kann man fast nichts falsch machen.

Khamsang-in-a-ley?     Wie geht es Dir? (Das Partikel „ley“ am Ende ist das Höflichkeitsteilchen, das man fast überall hintenan hängen kann)

Khamsang-in-ley!     Mir geht es gut.

Nyerang-e ming-a chi-in-ley?     Wie heisst Du? (Korrekter: Wie ist Dein Name?)

Nge ming-a Tashi in.      Mein Name ist Tashi.

Audiodatei – gesprochen von Tashi Wangail:

 

Nyerang kane in-ley?     Woher bist Du?   

Nga Austria-na in ley.     Ich bin aus Österreich.

Karu-a cha-ad-ley?     Wohin gehst Du?

Nga gompa-a cha-ad-ley.     Ich gehe ins Kloster (=Gompa).

Audiodatei – gesprochen von Tashi Wangail:

 

Nga todpa-a sumo rak.     Mein Bauch tut weh.

Nga tutu-a sumo rak.     Mein Hals tut weh.

Nga go-a sumo rak.     Mein Kopf tut weh.

Audiodatei – gesprochen von Tashi Wangail:

 

Nga ngalte rak.     Ich bin müde.

Nga ltoksa rak.     Ich bin hungrig.

Nga skitpo rak.    Ich bin glücklich.

Nga sunna rak.     Mir ist langweilig. Ich fühle mich einsam.

Audiodatei – gesprochen von Tashi Wangail:

 

Don-ley!     Bitte iss! Bitte trink! (Korrekt eigentlich: Nimm bitte!)

Sol-dscha don-ley!     Trink Tee / Nimm etwas Tee!

Man-ley!      Nein, danke.

O-ley!     Ja, bitte.

Audiodatei – gesprochen von Tashi Wangail:

 

Dig-ley!     Es ist genug/Ich habe genug.

Dangs-ley!     Ich bin satt.

Tsapik-ley!     Nur ein bisschen.

Shimpo-rak-ley!     Es schmeckt gut.

Audiodatei – gesprochen von Tashi Wangail:

 

Chhu-skol-zhik sal-ley!    Geben Sie mir bitte etwas abgekochtes Wasser!

Chhang yod-a-ley?     Haben Sie Chhang (=Gerstenbier)?

Chhang yod-ley!     Ich habe Chhang.

Audiodatei – gesprochen von Tashi Wangail:

 

Trangmo rak-ley!     Mir ist kalt.

Trangmo me-rak-ley!     Mir ist nicht kalt.

rGyalla rak-ley!     Ich fühle mich gut!

rGyalla me-rak-ley!     Ich fühle mich nicht gut!

Audiodatei – gesprochen von Tashi Wangail:

 

Chi in-ley?     Was ist das?

Tsam in-ley?     Wie viel kostet das?

Ma (r) demo dug-ley!      Das ist sehr schön.

Audiodatei – gesprochen von Tashi Wangail:

 

Als gute Einführungslektüre empfehlen wir den Sprachführer: Getting started in Ladakhi. Von Rebecca Norman.
(schwer erhältlich außerhalb Ladakhs, deshalb am besten vor Ort in Leh kaufen)

gettingstarted

 

 

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