Alles über Nubra

Ladakh besteht aus zwei Bezirken: Kargil und Leh. Nubra gehört zum Bezirk Leh und ist ein eigener Tehsil – eine verwaltungstechnische Einheit in Indien und Pakistan, die unter den Bezirken steht. Insgesamt gibt es drei in Leh: Leh selbst, Khaltse und eben Nubra.

 

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Blick vom Kloster Diskit in die durch den Shyok-Fluss und die Berge des Karakorum bestimmte Landschaft Nubras. Foto: Josef Reifenauer

 

Nubra: Oasen, Berge und Flüsse

Geografisch wird Nubra durch die beiden Flüsse Shyok und Nubra bestimmt. Der Nubra vereint sich in einer weitläufigen Flussebene bei Diskit und Hundar mit dem Shyok. Dieser wiederum verläuft weiter in nördlicher Richtung und fließt dort schließlich in den Indus, der ebenfalls aus Ladakh kommt. Die beiden Gebirge, die Nubra bestimmen, sind der Karakorum und die Ladakh Range des Himalaya.

Nubra grenzt sowohl an China als auch an Pakistan. Ein großer Teil Nubras – Aksai Chin – wurde in den 60er Jahren von China besetzt und ist somit für Indien verloren gegangen. Weithin bekannt ist die Grenze nach Pakistan bis heute umstritten. Folglich werden wir hier auch nicht näher darauf eingehen. Durch Nubra sind in der Vergangenheit auch viele Karawanen gezogen – liegt hier doch der ebenfalls umstrittene Karakorumpass, der der höchste Gebirgspass auf der alten Handelsstrecke zwischen Yarkand (Xinjiang in China) und Leh war. Aufgrund der Grenzstreitigkeiten ist dieser Pass seit langem für den Verkehr geschlossen. Die Kamele, die man bis heute in Nubra findet, sind im Übrigen Überbleibsel dieser Zeit, da kranke, zu junge oder zu alte Tiere hier zurückgelassen werden mussten

Auch der Siachen-Gletscher ist Teil von Nubra. Der Nubra-Fluss speist sich aus eben diesem Gletscher. Gleichzeitig ist der Siachen-Gletscher der höchst gelegene Kriegsschauplatz – liegt er doch auf bis zu 6.400m und beide – indische und pakistanische – Truppen beanspruchen die Region für sich. Der Siachen-Gletscher ist darüberhinaus der zweitlängste Gletscher außerhalb der Polarregionen.

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Kamele sind ein Überbleibsel aus der Zeit der Karawanen. Foto: Josef Reifenauer

Wie man nach Nubra kommt

Es gibt zwei befahrbare Pässe, die nach Nubra führen – einmal der 5.360m hohe Khardong La, der bis heute gerne als der höchste befahrbare Pass der Welt mit angeblich 5.600m beworben wird, und auch der weniger befahrene Wari La. Die Route über den Khardong La wird versucht ganzjährig offen zu halten, da es auch eine wichtige Straße für das Militär ist. Derzeit wird auch an einer massiven Verbreiterung der Straße gearbeitet. Aufgrund der Straßenarbeiten kann man gut 20km vor und nach dem Pass kaum schneller als 20km/h fahren. Die Strecke über den Wari La ist das Stiefkind der beiden Straßen, da sie für das Militär kaum eine Bedeutung hat, sie bleibt die meiste Zeit des Jahres wegen Schnees geschlossen und ist ebenfalls in keinem guten Zustand, was voraussichtlich auch so bleiben wird. Darüberhinaus gibt es eine Verbindung entlang des Shyok-Flusses nach Durbuk im Changthang. Allerdings ist diese Route den Sommer über kaum befahrbar, weil durch den Shyok-Fluss überschwemmt, und sie ist auch für Ausländer gesperrt, folglich keine Option.

Sowohl nach Pakistan als auch nach China gibt es derzeit keinen legalen Grenzübertritt.

Achtung: Ausländer, die nach Nubra wollen, benötigen ein sogenanntes Innerline-Permit, dass man sich allerdings in Leh besorgen kann. Die maximale Aufenthaltsdauer beträgt 7 Tage.

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Die recht neue Statue des Buddha Maitreya vor dem Kloster Diskit

In Nubra

Wer nach Nubra reist, fährt von einem der beiden Pässe hinunter bis auf 3.000m und steht dann meist vor der Qual der Wahl – rechts ins eigentliche Nubratal oder links des Shyok-Fluss bleiben und in Hundar oder Diskit nächtigen? Möglichkeiten gibt es mehrere. Gästehäuser/Hotels/Deluxe Camps gibt es in Diskit, Hundar, Tirith, Sumur, Panamik. Hundar hat die meisten Nächtigungen, ziehen es auch die meisten indischen Gäste vor, dort zu schlafen. Lange begann in Panamik und Hundar die restricted area, die Ausländer nicht betreten durften, doch seit einiger Zeit ist es nun möglich bis nach Turtuk und auch Warshi zu fahren. Allerdings sind mit Ausnahme Turtuk kaum noch Nächtigungsmöglichkeiten vorhanden.

 

Was tun?

Aktivitäten gibt es viele. Zum einen ist der südlichere Teil buddhistisch und man kann dort natürlich auch Klöster und Tempel besichtigen. Die beiden größten sind die Klöster Diskit und Samstanling, doch in jedem buddhistischem Dorf findet man kleinere Klöster und Tempel. Ein wunderschönes Highlight ist die Einsiedelei Entsa, die man über die Brücke beim Dorf Panamik erreicht. Ein kleiner Geheimtipp ist der heilige See Tirisha, an dem man bei Vollmond Visionen haben soll. In den meisten Unterlagen zu Nubra werden auch die heißen Quellen von Panamik erwähnt, doch leider sind die alles andere als sehenswert, da sie furchtbar verbaut wurden und keinen guten Eindruck hinterlassen.

 

Für weitere Fragen zu Aktivitäten in Nubra bzw. Reisen nach Nubra, verweisen wir dich auf Gesar Travel.

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